
«Spielen ist ein natürlicher Muntermacher»
Spielen ist instinktiv in uns Menschen angelegt. Für die Entwicklung der Kinder ist Spielen enorm wichtig. Kinder lernen ihre Umwelt durch ein neugieriges und kreatives Spiel kennen. Auch für Erwachsene ist Spielen nicht nutzloser Zeitvertrieb, sagt Hans Fluri, Leiter der Spielakademie in Brienz.
Hans Fluri, warum ist Spielen auch für Erwachsene wichtig?
Spielen heisst, offen sein, im Moment leben und gleichzeitig offen bleiben für das, was kommt. Beim Spielen spielt der Zufall mit. Wir können den Verlauf nicht planen, sondern müssen immer wieder neue Lösungen suchen. Dabei bilden sich im Gehirn wertvolle Netzwerke. Ich sage immer: Locker sein, aber nicht lockerlassen! Gib dem Zufall eine Chance! Je besser uns dies beim Spielen gelingt, desto beweglicher und «verspielter» können wir auf Herausforderungen im Alltag reagieren. Spielen hilft uns, Situationen entspannter, aber aktiv anzugehen, statt zu erstarren.
Ist Spielen gesund?
Spielen lenkt uns ab und macht uns Freude. Wenn wir uns freuen, produziert das Gehirn Dopamin, ein Glückshormon. Dieses hebt unsere Stimmung und unsere Antriebskraft. Spielen ist deshalb gesund und kann uns – jedenfalls für den Moment – etwas glücklich machen. Wenn uns die Sorgen später wieder einholen, sind wir durch die Spielerfahrung vielleicht ein bisschen entspannter. Deshalb ist Spielen ein natürlicher Muntermacher.
Hilft Spielen auch kranken Menschen?
Wenn wir in einer herausfordernden Situation sind – vielleicht weil wir Schmerzen haben – , fokussieren wir oft auf das Defizit. Da hilft es, ein paar Minuten oder Stunden nicht an das zu denken, was uns quält. Spielen schenkt Menschen, die durch Krankheiten beeinträchtigt sind, Momente der Lebendigkeit, der Ablenkung und der Freude. Beim Spielen vergessen wir das Leiden, weil wir in den Moment vertieft sind. Es bietet uns eine wunderbare Gelegenheit, uns auf das zu konzentrieren, was wir noch gut können. Und das tut uns gut.
Sie sind ein Jassfan, warum?
Etwas vom Wichtigsten im Leben ist es, dass wir zusammen vergnügte Zeit verbringen. Spielen verbindet. Spielen ist der Kitt zwischen den Generationen. So wie wir zusammen essen, trinken und singen, sollten wir auch miteinander spielen. Jassen ist auch ein gutes Mittel gegen Einsamkeit, weil es Menschen verbindet.
Alle sollten jassen lernen. Dieses Spiel wird seit über 200 Jahren in der Schweiz gespielt. Ich erachte es als die Pflicht der älteren Generationen, das Jassvirus weiterzugeben. Spielfreude ist ansteckend. Kürzlich hat mir eine ältere Frau gesagt: «Das interessiert die Jungen doch nicht.» Diese Haltung finde ich jammerschade. Sobald eine Spielgeneration wegfällt, ist es vorbei. Dann stirbt eine wertvolle Form des Zusammenseins. Deshalb: Lehrt eure Kinder und Grosskinder jassen!
Spielideen
Jass ABC
Es ist nie zu spät, jassen zu lernen. Sie werden Schritt für Schritt an das beliebteste Kartenspiel der Schweiz herangeführt. Sie erfahren, wie jede Jasskarte heisst, welchen Wert sie hat, wie die gewonnen Punkte korrekt aufgeschrieben werden. Die einzelnen Schritte üben Sie mit einfachen Kartenspielen, die sie direkt zum Schieber-Jass führen. Am Schluss werden Sie auch weitere Jassarten wie Differenzler spielen können und sind bereit für die erste Jassrunde!
Qwixx
Dynamisches Würfelspiel für 2–4 Personen ab 8 Jahren
Qwixx ist in zwei Minuten erklärt und spannend bis zum Schluss. Je mehr Zahlen man auf dem eigenen Block ankreuzt, desto mehr Punkte gibt es dafür.
Paletto
Ein kunterbunter Denksport für 2–3 Personen ab 8 Jahren
Paletto ist schnell gelernt. Auf dem Brett stehen Murmeln in sechs Farben. Wer besitzt am Ende alle Mur-meln einer Farbe oder nimmt die letzte vom Brett?